Gardelegen LEM U13 - 2015

Grossartige Leistungen bei der LEM U13

Für die Judoka der U13 in Sachsen-Anhalt ist der Jahreshöhepunkt die Landeseinzelmeisterschaft, da in dieser Altersklasse im Judo keine höhere Meisterschaft ausgetragen wird.
Die Kämpfer aus Schönebeck und Calbe waren gut vorbereitet und mussten sich in Gardelegen mit über 100 Teilnehmern messen.

Den Anfang durfte Julien Freiheit (bis 50 kg) machen, der in den letzten Wochen eine Spitzenform erreichte. Dies machte er im ersten Kampf direkt klar. Gegen Dominik Nitzsche vom JC Genthin ließ sich Julien keine Zeit und gewann auf Ippon mit einem sehenswerten Ippon-Seoi-Nage. Dann hieß es, Gewichtsklasse beobachten und schauen, was die Konkurrenz anstellt. Im Kampf danach entscheidete sich nämlich, wer gegen Julien im Halbfinale ran musste, entweder sein Final-Gegner aus Merseburg oder aber sein Dauerkonkurrent aus Wanzleben. Ein spannender Kampf der zum Schluss an den Hallenser ging und somit stand Julien Erik Schmidt vom SG Motor Halle gegenüber. Aber auch Erik, der sich davor einen guten Kampf geliefert hat, konnte an diesem Tag nicht mit Julien mithalten. Nach einem Hiza-Guruma und der guten Übernahme im Boden zog Julien in das Finale ein. Hier traf er auf Max Nietschmann vom SV Halle. Ein Kampf der zwar über die Zeit ging, aber Julien nie wirklich in Bedrängnis kam. Der Schönebecker ging durch einen starken Konter in Führung und hielt diese über die Zeit. Somit stand der erste Landesmeister für uns fest.

Parallel dazu kämpfte Niklas Tausch (bis 37 kg). Hier ging es darum, den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Im ersten Kampf gegen einen alten Bekannten sah es auch danach aus. Jan-Ole Lissok vom BSV Wanzleben fiel nach kurzer Zeit auf einen Tomoe-Nage auf Ippon. Im Halbfinale ging Niklas mit Selbstbewusstsein gegen Franz Förster vom SV Halle auf die Matte und begann wie gehabt. Er schaffte sich eine Situation, in der er den Hallenser auf Tomoe-Nage werfen konnte und erhielt dafür einen Yuko. Aber dann in der Bodensituation sollte die Überraschung des Tages geschehen: Niklas stützte sich auf allen vieren nach oben, um den Bodenkampf zu beenden, Franz hängte sich seines Zeichen an Niklas seinen Arm und obwohl man nichts erkennen konnte, gaben die Kampfrichter einen Ippon für einen gestreckten Arm, den keiner sah. Einstimmig ließen sie auch keinen Protest zu. Das erstaunte nicht nur die Schönebecker, auch andere Vereine waren verwundert über diese Entscheidung. Aber wie so oft, muss man im Sport strittige Entscheidungen hinnehmen und weiter machen. Ein Glück war es für Niklas nicht, der große Schock, da er weiß, dass er z.Z. jeden Gegner in Sachsen-Anhalt schlagen kann. Glück für Franz, aber Niklas freut sich schon auf eine erneute Begegnung. Nichts desto trotz machte Niklas im Kampf um Platz 3 gegen Martin Gärtner vom JC Halle alles klar und blieb auf dem Treppchen.

Weiter ging es mit Moniek Reinicke (über 52 kg). Hier galt es noch einmal den Trainer der Sportschule mit einem Titel zu beweisen, dass sie sich mit der Aufnahme der Schönebeckerin richtig entschieden haben. Im ersten Kampf gegen Nele Trümpler vom 1. Dessauer JC musste sich Moniek erst in den Kampf finden, dominierte aber ihre Gegnerin dann klar über den Griff und konnte mit einem Hiza-Guruma und einer anschließenden Festhalte den ersten Sieg einfahren. Im zweiten Kampf gegen Lilly Schulze von SAMA BUDO KAI ging es nicht ganz so einfach. Die etwas größere Lilly lies sich schlecht bewegen und somit schlecht werfen. Moniek war nichts desto trotz die bessere Kämpferin, aber es dauerte etwas, bis sie ihre Gegnerin in eine passende Situation bringen konnte. Mit einer O-goshi-Gake-Kombination gelang es ihr dann schließlich, eine Wertung zu erzielen, die sie bis Ende der Zeit halten konnte. Im letzten Kampf gegen Sophie Schnelle vom PSV 05 Köthen hatte Moniek nicht mehr so viel Gegenwehr zu erwarten. Als jüngste und leichteste Starterin in der Gewichtsklasse hatte Sophie das Nachsehen und Moniek beenden den Kampf kurz und schmerzlos. Somit stand der zweite Titel für die Schönebecker fest.

Auch Celina Frank durfte an diesem Tag auf die Matte. In der bis-40-kg-Klasse sah sie sich in der stärksten Gewichtsklasse der Mädels wieder. Nicht weil sie die zahlenmäßig stärkste war, aber ihre Gegnerinnen hatten es mehr als in sich. Da war zum einen Michelle Greiß vom SG Motor Halle, die ihres Zeichens letztes Jahr Landesmeisterin wurde und in der U15 in Jena einen zweiten Platz erkämpfen konnte. Dementsprechend mit viel Respekt ging Celina auf die Matte und ließ sich leider überrumpeln, was die Schönebeckerin nicht nötig hat. Im zweiten Kampf gegen Julia Haase vom SV Halle machte Celina einen sicheren Eindruck, doch ihre Gegnerin, die auch schon mehrfache Landesmeisterin wurde, auch bei großen Turnieren ihr Können unter Beweis stellte, nutze ihre Erfahrung aus und Celina musste den Sieg kurz vor Schluss abgeben. Solche Kämpfe, die verloren werden, aber gut gekämpft sind, gegen solche starken Gegner, müssen auch Selbstbewusstsein mitgeben. Ihren letzten Kampf gegen Angelina Steinbach von den Judofreunden Wefensleben konnte sie dann aber für sich entscheiden und somit stand ein sehr gut erkämpfter dritter Platz zu Buche.

In der bis-36-kg-Klasse sollte es ein altes Wiedersehen geben, aber erst einmal zum Anfang. Selena Pfannenschmidt machte sich bereit, eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. Annemarie Speiser (SG Blau-Weiß Bad Kösen) war ihre ersten Gegnerin. Sie war zwar etwas kräftiger, doch Selena trumpfte mit ihrer Wettkampferfahrung dagegen. Trotz dessen entwickelte sich daraus ein spannender Kampf in dem Selena technische Vorteile nutzte und mit einem O-Uchi-Gari einen Waza-ari bis Ende der Kampfzeit hielt. Im Halbfinale angekommen hatte ihre Gegnerin Anna Pesch vom PSV Gardelegen nicht sehr viel entgegen zu setzen. Ein linker O-Goshi beendete den Kampf sehr zügig. Im Finale angekommen, aber nicht wissend, dass es eins ist (ein taktischer Schachzug der Trainer, um den Kindern die Aufregung zu nehmen) stand der Schönebeckerin eine alte Bekannte gegenüber: Annette Hahn vom PSV Merseburg. Wie schon im Finale der U11 stehen sich auch hier beide gegenüber. Es sollte spannend werden, denn auch wenn Selena bei den Landesmeisterschaften der U11 gewinnen konnte, so verlor sie im Dezember nur knapp gegen Annette. Aber Selena ging konzentriert in den Kampf, setzte ihren Griff durch und befolgte genau die vorgegebene Taktik des Trainers. Schließlich nutzte Selena eine Situation am Mattenrand aus und erzielte mit einem Ippon-Seoi-Nage einen Yuko. Diesen hielt sie mit einer klugen Kampfweise bis Ende der Zeit. Als sie von der Matte kam, flüsterte Trainer Kevin Ladebeck in ihr Ohr „Du bist Landesmeisterin, das war das Finale“.

Elseida Pfannenschmidt wollte es ihrer Cousine gleich machen. bis-52-kg ging es gegen zwei Gegnerinnen. Merle Lohöfer vom PSV Gardelegen hatte da nicht viel entgegen zu bringen. Esleida beendete nach nur wenigen Sekunden den Kampf mit einem Hiza-guruma und fuhr damit den ersten Sieg ein. So toll in Form ging Esleida in den zweiten Kampf gegen Nele Fiedler vom SG Motor Halle. Ihre Gegnerin machte schon einen stabileren Eindruck. Dementsprechend schwierig gestaltete sich das Durchbringen der Techniken. Doch auch hier wurde der Mattenrand genutzt. Mit einem Hiza-gurma brachte die Schönebeckerin Nele zum Boden und sicherte sich den Titel mit einer Festhalte.

Yannick Fehler, ein Neueinsteiger im Schöenebecker Team, hatte sich für dieses Tag einiges vorgenommen. Mit viel Trainingsfleiß in den letzten Monate arbeitete er sich an das Können der anderen heran. In der über-55-kg-Klasse konnte er seine athletischen Körpereigenschaften gegenüber seinen Gegnern ausnutzen. Das Trainerteam ging hier lockerer heran, denn Yannick macht erst seit 6 Monaten Judo. Doch für den Schönebecker stand fest, ohne Titel fährt er nicht nach Hause. Malte Schröder vom PSV Salzwedel stellte die erste Hürde dar. Doch Yannick ging sehr entschlossen zur Sache und bestimmte den Kampf von Anfang an. Er konnte mit einem Seoi-otoshi einen Waza-ari erkämpfen und mit der anschließenden Festhalte den Kampf für sich entscheiden. Im Halbfinale war es dann schon nicht mehr so einfach gegen Erik Pallapies vom TSV Tangermünde. Doch der Schönebecker war dem Finale zum Greifen nahe und machte seinem Gegner klar, dass er sein Ziel nicht aus dem Auge verlieren will. Mit einem Hiza-guruma und einem aktiven Kampfverhalten holte sich Yannick den Sieg. Im Finale mit seinem weiß-gelben Gürtel angekommen musste er gegen Eric Heinze vom PSV Köthen, seines Zeichen schon Orange-Gurt-Träger ran. Aber auch hier machte Yannick sein mangelnde Erfahrung mit Einsatz und Willen wett. So konnte er in den ersten Sekunden Eric schon einen Shido wegen Passivität abringen. Doch der Kampf lief und sollte sich so eng gestalten wie gedacht. Auch Yannick erhielt einen Shido, somit war der Kampf eine Minuten vor Schluss wieder ausgeglichen. Hier kam dem Schönebecker seine Athletik zu Hilfe und er konnte noch einmal ein Feuerwerk von Angriffen zünden. Für einen Seoi-otoshi erhielt er einen Yuko, den er bis Ende der Zeit hielt. Jubelnd kam Yannick von der Matte, zu Recht und ein schönes Beispiel, dass man durch Ehrgeiz und Zielstrebigkeit viel erreichen kann.

Bei Kevin Müller aus Calbe (bis 55 kg) war nach einer Niederlage und einem Sieg die Silbermedaille ganz nah. Jedoch musste er den letzen Kampf an seinen Kontrahenten abgeben und sich so mit Bronze zufrieden

Auch der in Calbe trainierende Tim Loth (bis 40 kg) konnte sich an diesem Tag gegen seine erfahrenen Gegner nicht durchsetzen und musste nach zwei Niederlagen ausscheiden. Aber auch für ihn war wie bei Celina die Teilnahme an der Meisterschaft eine wichtige Erfahrung, damit das im Training Gelernte abgerufen werden kann.