Letzter Test vor der BEM in Wolfen

Das traditionelle ORWO-Pokalturnier in Wolfen, an dem 170 Starter aus 16 Vereinen und drei Bundesländern teilnahmen, nutzten zwei calbenser Judoka für einen letzten Test vor den Bezirksmeisterschaften der U11 am folgenden Wochenende in Gardelegen. Die beiden begleitete Lukas Blum, der eine Altersklasse höher startete und den beiden bei der Erwärmung auch als Uke diente.
Hier die begehrten Pokale für die Manschaftswertung

Los ging es für Luisa Mergel in der Gewichtsklasse -28,3 kg gegen Anouk Bayer. Gegen die anfangs sehr quirlige Leipzigerin musste sie sich zunächst gut verteidigen, bevor Luisa dann selbst die Aktion übernahm und mit einem O-soto-otoshi (großer Außensturz) auch gleich einen Waza-ari (halber Punkt) erhielt. In der gleichen Art schaffte sie nach einer weiteren Minute Kampfzeit noch einen Yuko (mittlere Wertung). Und da alle guten Dinge drei sind, setzte Luisa mit Nachlassen der Kampfkraft ihrer Gegnerin in der gleichen Technik noch einen Ippon (ganzer Punkt) oben auf. Ihre zweite Gegnerin Magdalene Wesselly (PSV Köthen) hatte nicht viel entgegenzusetzen. Nach einem Stand-Boden-Übergang mit Waza-ari-Wertung arbeitet Luisa eine Festhalte heraus und konnte somit siegen. Der dritte Kampf im Pool sollte nach den vorangegangenen Wertungen auch der Entscheidungskampf um Platz 1 werden. Lena Michelle Schmidt (Sama Budo Kai) war zwei Stufen höher graduiert, was Luisa anscheinend etwas beeindruckte, da sie sehr zögerlich begann. Dann setzte sie aber das im Training gelernte um und stellte ihre Kontrahentin am Mattenrand. Doch bei einem unsauberen Eindrehen wurde sie durch Ko-soto-gari (kleine Außensichel) mit Yuko-Wertung gekontert. Luisa versuchte nun auch mit den Füßen zu stören und wechselte die Griffart auf links. In der letzte Sekunde, zeitgleich mit dem Kampfendesignal, konnte sie noch mit einem O-soto-gari (große Außensichel) ebenfalls einen Yuko erzielen, so dass wieder Gleichstand herrschte. Leider fiel dann die Kampfrichterentscheidung zu ihren Ungunsten aus, was ihr in der nächsten halben Stunde sichtbar schlechte Laune bereitete.

Kevin Müller hatte leider in seiner Gewichtsklasse nur einen Gegner. Er wusste also, das dieser Kampf alles oder nichts bedeutet. Gegen Leon Muth (TSV Schildau) ging er zunächst konzentriert zur Sache und wollte im Bodenkampf punkten, was aber nicht gelang. Er versuchte auch die Hinweise von seinem Trainer vom Mattenrand aus umzusetzen, musste dann aber erst einmal einen Shido (Bestrafung) für getrecktes Stemmen einstecken. Durch einen unsicheren Stand schenkte er seinem Gegner einen Yuko, konnte sich aber im darauf folgenden Bodenkampf durch eine Beinklammer befreien. Leider war dann die Kampfzeit schon um, so dass Kevin das Blatt nicht mehr wenden konnte. Auf jeden Fall war wiederum eine Steigerung zu den letzten Wettkämpfen zu sehen.

Am längsten musste Lukas Blum auf seinen Start in der U13 -55kg warten. Er wollte in diesem Wettkampf testen, wie gut er das im Training erlernte umsetzen und anwenden kann. Gegen zwei Gegner vom PSC Köthen musste er antreten. Eric Heinze hatte schon den orangen Gürtel, während Lukas erst den weiß-gelben trägt. So konnte man gleich zu Kampfbeginn sehen, dass Eric sehr erfahren seine Techniken ansetzte und Lukas aber genauso intensiv die erlernten Techniken O-soto-gari und Seoi-otoshi (Schultersturz) versuchte. Dies war so intensiv, dass Eric erst einmal eine Verwarnung wegen Passivität erhielt. Danach versuchte Lukas einen Hiza-guruma (Knierad). Aber Eric erwies sich als sehr standfest und konnte ihn bei einer unsauberen Eindrehaktion kontern, wofür er einen Yuko erhielt und Lukas somit leer ausging. Gegen Anthony Patzke versuchte er es dann besser zu machen. Nach kurzem Kampf bekam er mit einem O-soto-otoshi einen Yuko und setzte sich im anschließenden Bodenkampf mit einer Festhalte durch.

Somit kamen alle Starter „nur“ mit einem 2. Platz nach Hause, was sicher auch ein wenig Ansporn ist, damit es bei ihrer ersten Meisterschaft dann in der nächsten Woche vielleicht noch besser läuft. Für ein paar kleine Korrekturen kann die Zeit sicher noch genutzt werden.