Schönebecker Judokas haben klare Akzente in Mitteldeutschland gesetzt

Am 11. Mai 2013 ging es für die jungen Judokas des 1. Schönebecker JC nach Rudolstadt. An dem stark besuchter Wettkampf nahmen 205 Starter aus 23 Vereinen aus Mitteldeutschland und Bayern teil.
Als erste starteten die Jungen und somit Niklas Tausch in das Turnier. In der Gewichtsklasse bis 29,5 kg ging Niklas in ein Pool-System, wo er zwei von drei Kämpfen gewinnen musste, um weiter zu kommen. Zunächst traf Niklas auf Martin Bergamann (PSV Weimar). Niklas ging hier sehr konzentriert und konsequent zur Sache. Nach ein paar kurzen Angriffen von Martin setzte Niklas einen Ko-soto-Gari (Kleine Außensichel) an und brachte seinen Gegner zu Fall, für Niklas einen Waza-Ari (halber Punkt) und anschließende Festhalte dann Ippon (ganzer Punkt).
Der zweite Kampf gegen Philipp Heß (Kodokan Erfurt) startete Niklas mit einem sehr schönen De-ashi-barai (Fußfeger) an, für den er einen Waza-ari erhielt und für die anschließenden Festhalte einen Ippon. Somit war Niklas schon sicher im Halbfinale.
Im dritten Pool-Kampf gegen nutze Niklas einen Bewegungsfehler seinen Gegners für einen sauber angesetzten De-ashi-barai und erhielt seinen dritten Ippon.
Jetzt ging es gegen Tim Suchsland (Mattenteufel Erfurt). Tim war etwas größer als Niklas und versuchte mit seinen lagen Beinen Niklas zu Fall zu bringen. Doch der Schönebecker, der sehr viel Gefühl für diese Sportart entwickelt hat, brachte den Erfurter aus dem Gleichgewicht und zwang ihn die Bauchlage. Niklas ist ein „Bodenfuchs“ und konnte zunächst mit Yoko-shiho-gatame (Seitvierer) festhalten. Von dieser musste er durch die starken Befreiungsversuche des Erfurters in die Tate-shiho-gatame (Reitvierer) wechseln, die er dann bis Ippon festhielt.
Im Finale angekommen stand er Luca Zimmer (Kodokan Erfurt) gegenüber. Hier zeigte Niklas nach der Hälfte der Kampfzeit seinen Lieblingswurf einen linken O-goshi (großer Hüftwurf), warf damit Luca auf Ippon und wurde somit zum Sieger in seiner Gewichtsklasse erklärt.
Nun ging es zu den Mädels. Als erste ging Michelle Nagel (bis 34 kg) an den Start. Den ersten Kampf gegen Abu El Haija (TSV Germania Neustadt/Orla) konnte Michelle im Bodenkampf gewinnen. Im nächsten Kampf traf Michelle auf die starke Marie Völlger von JSC Stotternheim. Aber Michelle besann sich auf ihre Stärken und störte Marie immer wieder mit gezielten Fußtechniken, für die sie auch einen Yuko erhielt, der ihr den Sieg brachte. Im letzen Kampf des Pools ging es gegen Fanny Kellner (JC Jena). Hier lies sich Michelle nicht viel Zeit. Mit einem links angesetzter Seo-otoshi und warf sie ihre Gegnerin auf Ippon. Michelle war die ganze Zeit zwar etwas aufgeregt, freute sich aber über jeden ihrer gewonnen Kämpfe.
Im Halbfinale angekommen war Michelle nicht mehr zu bremsen. Gegen Sarah Schultze vom SV Ebersdorf war es ein ausgeglichener Kampf. Nach einem hektischen Angriffswechsel konnte Michelle dann in einer Bodensituation einen Yuko erhalten, der auch ausreichte, um in das Finale einzuziehen. Dort wartete eine schwere Aufgabe auf sie. Amelie Giller von SV 1883 Schwarza konnte schon beachtliche Erfolge vorweisen, u. a. als Landesmeisterin von Thüringen. Michelle war hoch motiviert und konnte dem ersten Angriff von Amelie ausweichen, dem zweiten leider nicht mehr. Somit stand der zweite Platz für Michelle fest, die eine deutliche Leistungssteigerung an diesem Tag zeigte.
Als letztes kam Moniek Reinicke an die Reihe, sie startet bis 48 kg. Im ersten Kampf traf Moniek auf Joelle Zeigerer (JSC Stotternheim). Moniek ging beherzt zur Sache und lies ihrer Gegnerin nicht viel Luft zum Agieren. Wie im Training geübt und abgesprochen setzte Moniek diese Linie um. Ein starkes Kuzushi (Gleichgewichtsbrechung) und ein schnell angesetzter Soto-maki-komi (äußeres Einrollen) brachte Moniek einen Waza-ari ein. Aus der danach angesetzten Festhalte konnte sich Joelle nicht mehr befreien und somit ein erster Sieg Moniek. Auch Antonia Kamp vom SV 1883 Schwarza konnte Moniek nicht sonderlich viel entgegensetzen. Bei dem Versuch eine Technik anzusetzen, kam Moniek ihr zuvor und setzte einen linken Soto-maki-komi an. Und auch hier das gleiche Bild wie im ersten Kampf. Die anschließende Festhalte brachte ihr den Ippon und den Sieg in ihrer Gewichtsklasse. Moniek fiel an diesem Tag deutlich durch ihre Angriffslust auf. Noch bei den letzten Wettkämpfen kritisierte Trainer Kevin Ladebeck ihr abwartendes Verhalten. Doch an diesem Tag gab es nichts zu meckern. Moniek selbst sagte im Nachhinein: „Das Angreifen gefällt mir richtig gut.“
Das Besondere dieses Mal bei den Medaillen: Sie waren nicht aus Blech sondern aus Porzellan, ein würdiger Hinweis auf die Porzellanmanufakturen in und um Rudolstadt. Der Wettkampf war eine gelungene Probe für das Saisonfinale in Aue, wo eine internationale Herausforderung auf unsere „jungen Wilden“ wartet. Gleichzeitig war es auch für Egor Lapygin sein ersten Wettkampfeinsatz als Co-Trainer, eine Aufgabe die er sehr gut absolviert hatte.


Die Judokas Michelle Nagel, Moniek Reinicke, Niklas Tausch (v.v.l.) mit Egor Lapygin, der seinen ersten Co-Trainer-Einsatz hatte)